Timo Uhrig
Timo Uhrig

 

Requiem verträgt eine leichte Note

Leibniz-Chor stimmte in St. Ingbert zu sakralem Werk von Colin Mawby an

 

Von SZ-Mitarbeiterin Cornelia Jung

 

Der Chor des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert hat am Totensonntag ein Requiem aufgeführt, das fast schon eine leichte Note in sich trug. Komponist Colin Mawby hatte es für seine Mutter geschrieben. (Veröffentlicht am 30.11.2013)

 

 

St Ingbert. Auch wenn Colin Mawby hierzulande eher unbekannt ist, ist der 1936 geborene Engländer in der Musiklandschaft seiner Heimat allgegenwärtig. Er gilt als einer der berühmtesten zeitgenössischen englischen Komponisten sakraler Musik. Mawby bemerkte einmal zu seinem Schaffen für Chöre: „Ich kann keine Chormusik schreiben, wenn ich nicht mit Chören arbeite. ... Ich muss für bestimmte Menschen schreiben.“ Einige dieser Menschen singen im Chor des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert, denn der wagte sich an ein Requiem des heute in London und Dublin lebenden Musikers.

Das Requiem, am Totensonntag neben Werken von Bach und Mendelssohn Bartholdy in der Franziskuskirche in St. Ingbert aufgeführt, hatte für eine Totenmesse eine fast leichte Note. Vielleicht liegt es neben aller Trauer des Komponisten, der dieses Werk seiner Mutter widmete, die im Kindbett starb, als Mawby drei Jahre alt war, auch an der Dankbarkeit ihr gegenüber. Jahrelang trug sich der Komponist mit dem Gedanken, ein musikalisches Werk im Andenken an seine Mutter zu schreiben. Doch er hatte ein Problem mit den tradierten Requiemtexten, die ein Spektrum von allumfassendem Frieden bis hin zum Zorn des Alten Testaments abbilden. Doch seiner Meinung nach hat gerade letzterer wenig mit der zeitgenössischen Theologie zu tun. Er mochte die Vorstellung von Gott als strafendem Richter nicht, der die Menschen reihenweise in den Feuerofen der ewigen Verdammnis stößt. Dieses Bild ließe sich nicht so einfach mit den Ideen der Liebe, unbedingter Vergebung und der Glückseligkeit des ewigen Lebens vereinbaren.
Auch deshalb vertonte er in seinem Requiem das „Dies Irae“ (Tag des Zornes) nicht und konzentrierte sich stattdessen auf die Vision des Himmels als ein Hort des Friedens jenseits menschlicher Vorstellungskraft. Das Stück sei Zeugnis des persönlichen Glaubens des Musikers, Ausdruck der Zuneigung zu seiner Mutter, und es zu schreiben sei eine katharische und bewegende Erfahrung gewesen.

Bewegend war es auch für die Zuhörer, die die Freude hatten, dieses Stück unter der Leitung von Timo Uhrig zu erleben. Der junge Dirigent war neben den Solisten Sebastian Müller an der Orgel und der Sopranistin Lena Maria Kosack auch als Bariton zu hören. Warum suchte er gerade diese Stück für den Leibniz-Chor aus? Mawby, der viel liturgische Gebrauchsmusik schreibt, war die erste Wahl Uhrigs, weil er eine Herausforderung für den Chor suchte. Der Chor sei nicht wie manche anderen überaltert, weshalb man mit ihm auch schwierige Stücke einstudieren könne, ohne dass die Stimmen in den Höhen „scheppern“. Andererseits sei der Chor kein Kirchenchor, der dem traditionellen Kirchengesang verhaftet ist. Sprich: Der Chor deckt viele Sparten ab, und man müsse ihn fordern. „Das war kein leichtes Stück. Ich habe den Chor vielleicht bis an seine Grenzen gebracht“, so Uhrig.

 

 

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So. 27. Jan. - 17.00 Uhr

 

 

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GLORIA in D

 

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St. Ingbert

 

Ausführende:

LeibnizChor

leibniz|vocal|group

Elisa Wehrle, Sopran

Maria Eichler, Alt

Orchester

Timo Uhrig, Leitung/Orgel

 

 

siehe: Konzerte

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